Bewegung macht schlau!
Konzept zu den
Bewegungsstunden
 

  • Anlass
Verschiedene Gründe haben dazu geführt, in der Sophienschule Zeiten für den Lernbereich Bewegung für Körper und Geist für die Klassen Vorschule, 1 und 2 einzuführen:

Viele Schüler können erst zur zweiten Stunde mit dem Schulbus gebracht werden. Regulärer Unterricht ist daher erst ab der 2. Stunde möglich, Unterrichtsende kann somit nicht um 13.00 Uhr sein, wie es in vielen staatlichen Grundschulen der Fall ist.

An 4 Tagen in der Woche müssen unsere Erst- und Zweitklässler bis 13.25 Uhr in der Schule bleiben, wenn ihr Unterricht erst um 8.50 Uhr beginnt.

Einige Eltern, die vom Schulbus unabhängig sind, würden Ihre Kinder gern um 8.00 Uhr in die Schule schicken und begrüßen es sehr, wenn der Unterricht um 12.35 beendet ist.

Berufstätigen Eltern kommt eine möglichst lange Betreuungszeit in der Schule sehr entgegen.

Der Erschöpfungsgrad gerade der Erst- und Zweitklässler in der 6. Stunde und die aufgeheizten Klassenräume im Sommer führten in der Vergangenheit oft dazu, die letzte Stunde zum Spielen im naheliegenden Park zu verbringen, da es stundenplantechnisch nicht möglich ist, für alle Klassen gleichzeitig Sportunterricht anzubieten.

Durch das Zeitkonzept der Sophienschule gelingt es, den oben aufgeführten Interessen gerecht zu werden und Überforderung unserer Jüngsten zu vermeiden.

  • Zielvorstellung auf Bildungsebene

Wir wollen unseren jüngsten Schülern einen entspannten Schultagesbeginn ermöglichen, durch klassenübergreifendes Miteinander ihren Gemeinschaftssinn fördern und ihnen Gelegenheit geben, Aggressionen, besonders in der letzten Stunde, abzubauen.
Die Berücksichtigung des kindlichen Bewegungsdranges in der Schule stärkt sowohl die Freude am Schulalltag als auch die allgemeine Lebensfreude unserer Schüler.
Laut Bildungs- und Erziehungsauftrag ist Spielen, speziell in den Formen des geselligen, des darstellenden und des sportlichen Spiels sowie des Lernspiels, eine wichtige Grundlage für die Entwicklung der Persönlichkeit und hat vor allem in den Klassen 1 und 2 eine bedeutsame Funktion für die Förderung kindlichen Lernens.

Spielen hilft den Kindern bei der Überwindung von Schwierigkeiten in der Gestaltung sozialer Kontakte.
Die Schüler können insbesondere im Gemeinschaftsspiel lernen, soziale Regeln zu vereinbaren und einzuhalten, Konflikte gemeinschaftlich, fair und gewaltfrei zu lösen, Verantwortung zu übernehmen, andere zu respektieren und die Meinungen und Empfindungen anderer zu verstehen.

Besonders als katholische Schule wollen wir Wege gehen, die uns einander näher bringen.
Unseren Jüngsten soll hier Gelegenheit und Zeit gegeben werden, einander in verschiedenen Situationen kennen zu lernen und miteinander in immer neuen Zusammensetzungen zu agieren.
Spielen trägt in besonderem Maße dazu bei, das Gemeinschaftsgefühl zu stärken und die innere Sicherheit außerhalb des Elternhauses zu stärken.

Laut Bildungs- und Erziehungsauftrag ist Spielen, speziell in den Formen des geselligen, des darstellenden und des sportlichen Spiels sowie des Lernspiels, eine wichtige Grundlage für die Entwicklung der Persönlichkeit und hat vor allem in den Klassen 1 und 2 eine bedeutsame Funktion für die Förderung kindlichen Lernens.

Spielen hilft den Kindern bei der Überwindung von Schwierigkeiten in der Gestaltung sozialer Kontakte.
Die Schüler können insbesondere im Gemeinschaftsspiel lernen, soziale Regeln zu vereinbaren und einzuhalten, Konflikte gemeinschaftlich, fair und gewaltfrei zu lösen, Verantwortung zu übernehmen, andere zu respektieren und die Meinungen und Empfindungen anderer zu verstehen.


  • Inhalte

Der Lernbereich Bewegung für Körper und Geist hat insbesondere spielerische Aktivitäten zum Inhalt, die geeignet sind, die Bewegungsfreude
der Schüler zu wecken und das Lernen in allen Fächern zu fördern wie:

  1. Mannschaftsspiele auf dem Schulhof
  2. Partnerspiele auf dem Schulhof
  3. Spiele zur Körperertüchtigung
  4. Spiele zur Aggressionsbewältigung
  5. Spiele zur Förderung des Gleichgewichtssinnes
  6. Spiele und Aufgaben zur Förderung der Konzentration
  7. Spiele und Aufgaben zur Förderung der Sprachkompetenz
  8. Spiele und Aufgaben zur Förderung des logischen Denkens
  9. Spiele und Aufgaben zur Wahrnehmungsförderung
  10. Spiele und Aufgaben zur Förderung der Grob- und Feinmotorik
  11. Spiele und Aufgaben zur Förderung der Kreativität

Bezug zu einzelnen Unterrichtsfächern
und Zielvorstellung

Dass Bewegung gesund ist, ist eine unumstrittene Tatsache. Dass sie auch Lernen fördert, weist die neurowissenschaftliche Forschung inzwischen ebenfalls nach.

Anleiten und Betreuen sind einander ergänzende Prinzipien des Fachunterrichts.
Im zusätzlichen Angebot Bewegung für Körper und Geist kommt dem Betreuen die größere Bedeutung zu.
Das Betreuen dient vor allem dem Gewinn und der Sicherung von Erfahrungen, die nur in selbsttätiger Auseinandersetzung mit Gegebenheiten gemacht werden können. Dieser Prozess ist eher offen und vorschlagend. Es wird nicht direkt, sondern über die Gestaltung der Rahmenbedingungen Einfluss auf den Lernprozess genommen. Dazu gehören die Auswahl und Schaffung geeigneter materialer und sozialer Arrangements.


  • Bezug zum Sportunterricht

Bewegung, Spiel und Sport sind nicht nur Bestandteile des Sportunterrichts, sondern wichtige Elemente auch des Schullebens und daher in den Kontext des schulischen Bildungs- und Erziehungsauftrags eingebettet.
Kernziel ist es, die kindliche Freude an Bewegung, Spiel und Sport zu wecken und zu entwickeln sowie die körperliche Entwicklung durch positive Bewegungserlebnisse zu fördern.

In der Auseinandersetzung mit ihrem Körper entwickeln und verbessern die Kinder ihre motorischen und koordinativen Fähigkeiten. Sie erfahren den Wechsel von körperlicher Anspannung und Entspannung, Belastung und Erholung, schulen ihre Sinne und Wahrnehmungsfähigkeit, erleben ihre Bewegungen und ihren Körper vielfältig und lernen, auch mit unangenehmen Empfindungen umzugehen.
In der Auseinandersetzung mit ihrer materialen Umwelt nehmen die Kinder ihre räumliche Bewegungsumwelt wahr und lernen sie auch in ihrer Abhängigkeit von Witterung und Jahreszeiten zu nutzen.
Sie nehmen ihre unterschiedliche motorische Leistungsfähigkeit wahr, lernen die Bedeutung von Spielregeln, Kooperation und Konkurrenz, Sieg und Niederlage kennen.
Sie lernen spielerische und sportliche Bewegungssituationen zu organisieren, aufrechtzuerhalten bzw. zu verändern und für sportliche Situationen wichtige Verhaltensregeln zu befolgen.

Um die Bedürfnisse und Interessen von Kindern zu berücksichtigen und ihnen selbsttätiges und selbstständiges Handeln zu ermöglichen, sind die Schüler in die Planung des Bewegungsunterrichts einzubeziehen. Dies betrifft insbesondere die Auswahl der Spielangebote.

Die Schüler sollen

  • Spielideen kennen lernen,
  • sich entsprechend der Spielidee geschickt bewegen,
  • situativ taktisches Verhalten entwickeln,
  • Regeln einhalten,
  • angemessen mit Sieg und Niederlage umgehen,
  • fair spielen,
  • eigene Fähigkeiten und die ihrer Mitspieler realistisch einschätzen,
  • geeignete Mannschaften bilden und sich in sie einfügen,
  • ein Spiel organisieren, regeln und leiten lernen,
  • Bewegungsformen erfinden und einüben
  • tradierte Spiele erlernen,
  • sich gegenseitig helfen,
  • klettern, werfen, fangen, springen,
  • Risiken und Gefahren erkennen und abwenden

  • Musikunterricht

Wesentliches Ziel ist es, die Freude der Schüler an der Bewegung nach Musik zu wecken und zu erhalten.
Den Schülern soll Gelegenheit gegeben werden, sich im Gebrauch von tänzerischen Ausdrucks- und Gestaltungsmitteln zu üben.

Die Erarbeitung und Einübung eines Tanzes ist verbindlich.


Deutschunterricht

Die Schüler sollen lernen, sich verständlich auszudrücken, anderen zuzuhören und sie zu verstehen

Es sind Spiele und Spielformen auszuwählen, die geeignet sind, das Interesse und die Freude am Sprechen und Zuhören zu wecken. Spiele, die das Denken und Verstehen fördern wie

  • gespielte Alltagssituationen,
  • ich packe meinen Koffer,
  • Geschichten vorlesen, Fragen zum Gehörten beantworten, Szenen nachspielen, Rollenspiele, Personenraten



Mathematik

Unsere Lebenswelt ist auf vielfältige Art und Weise von der Idee der Zahl durchdrungen.

Anders als im Fachunterricht Mathematik kommt in den Bewegungsstunden der Unterstützung individueller Neigungen und Begabungen eine größere Bedeutung zu als der Unterrichtung verbindlicher Lernziele.

Der Lernbereich Bewegung für Körper und Geist soll den Sinn für Zahlen beim Abzählen ( z.B. Mensch ärgere dich nicht), beim Vergleichen und Ordnen ( z.B. Memory) fördern.
Die Schüler lernen Größen mit sinnvollen Maßeinheiten anzugeben (z.B. Quartette), Diagramme zu lesen ( z.B. Schiffe versenken), Strategien zu entwickeln ( z.B. Schach) und logisch zu handeln (z.B. Master Mind, Mühle, Halma etc. )

Sachunterricht /Kunstunterricht

Der Sachunterricht ist fächerverbindender Unterricht und somit auch mit dem Lernbereich Bewegung für Körper und Geist vernetzt.

Er knüpft an den Lern- und Alltagserfahrungen und den Erlebnissen der Kinder an und trägt zu Verständnis von Gesellschaft bei.
Indem Kinder darstellen und gestalten, verarbeiten sie Gesehenes und Erlebtes.
Hier sind Spiele vorzuschlagen und Anregungen zu geben, die technisches, soziales und gestalterisches Lernen fördern:


Rollenspiele: beim Arzt, Einkaufen, Mutter und Kind, Schule spielen,
Berufe raten usw.
Bauen mit Klötzen, Steckteilen oder mit Sand, zeichnen, malen, kneten, Übungen mit der Schere, jahreszeitlich orientierte Spiele (Blätter, Kastanien, Schnee).
  • Leistungsbeurteilung

Im Lernbereich Bewegung für Körper und Geist sammeln die Schüler möglichst viele grundlegende körperliche, materiale, sinnliche und soziale Erfahrungen und bilden ein Körper- und Bewegungsgefühl heraus. Dazu werden die individuellen Fähigkeiten der Kinder so weit wie möglich entwickelt.
Die Beurteilung orientiert sich an den persönlichen Voraussetzungen des Kindes und beschreibt, wie sich das Kind den Anforderungen genähert hat.
Die Beobachtungen der Lehrer sind Grundlage für Elterngespräche und die Leistungsbeurteilung im jährlichen Berichtszeugnis. Dabei wird nicht nur die motorische Lern- und Leistungsentwicklung berücksichtigt, sondern auch der persönliche und soziale Lernfortschritt beurteilt.

  • Zeitplanung und Durchführung

Der Lernbereich Bewegung für Körper und Geist soll, wenn das Wetter es zulässt, hauptsächlich im Freien stattfinden.
Zwei Stunden in der Woche können diese Stunden auch in der Turnhalle stattfinden.

Insbesondere in den Herbst- und Wintermonaten wird der Unterricht in die Klassenräume verlegt.

Von einem verbindlichen, zeitlich exakt fixierten Stoffverteilungsplan, wie er in allen übrigen Lernbereichen einzuhalten ist, wird in diesem Lernbereich bewusst abgesehen, um freien Raum für situations- und witterungsbezogene Entscheidungen zu schaffen.

Jährlich werden mindestens 360 Bewegungsstunden angeboten, an 144 Stunden hat jeder Erst- und Zweitklässler verbindlich teilzunehmen.

Es ist darauf zu achten, dass für jeden Schüler mindestens 50 Unterrichtsstunden für die Inhalte 6 - 11 vorbehalten bleiben.

Die unterrichtenden Lehrer, wenn stundenplanmäßig möglich, die Klassenlehrer, sind angehalten, Stunden im Lernbereich Bewegung für Körper und Geist wie alle übrigen sorgfältig zu planen und durchzuführen.
Die Beobachtungen der Lehrkräfte werden zur Grundlage für die Gestaltung lernfördernder Bedingungen.

  • Evaluation

Nach einjähriger Erprobungszeit des Lernbereiches Bewegung für Körper und Geist in der Sophienschule wurde in der Fachkonferenz insgesamt von positiven Eindrücken berichtet.

Das Angebot wird sehr zahlreich angenommen.
80% der Schüler, die nicht auf den Schulbus angewiesen sind und daher die Wahl haben, in der ersten oder in der 6. Stunde teilzunehmen, wählen das gesamte Programm, d.h. sie kommen schon zur 1. Stunde und bleiben bis 13.25 in der Schule.


Fröhliches, entspanntes Spielen trägt insbesondere in der letzten Stunde zu einem konfliktfreieren Umgang miteinander bei.
Der Kernunterricht beginnt in der 2. Stunde störungsfreier, da viele Schüler schon die Gelegenheit in der 1. Stunde genutzt haben, wichtige Anliegen vorzutragen und mit ihren Klassenkameraden ins Gespräch zu kommen.

Eine Aussage darüber, ob sich ein signifikant größerer Lernzuwachs in den einzelnen Fächern ergibt, kann zurzeit noch nicht sicher festgestellt werden